Meinungen zum Buch

 

Humorvolles, ehrliches Pilgerbuch, 16. Oktober 2011

Autor: Wolfgang

Das ist das ehrlichste Pilgerbuch, das ich bisher gelesen habe, und ich kenne viele. Schon im Titel verrät der Autor, dass er den Pilgerweg als Heide, als sogenannter Ungläubiger, ging. Das ändert nichts an der Intensität, mit welcher er den Weg erlebt und beschrieben hat. Stilsicher und humorvoll erzählt der Pilger über seine Erlebnisse direkt auf dem Weg und über solche in seinem Leben auch. Und da kann er durchaus mithalten mit wesentlich bekannteren Autoren.
Wo ist er überhaupt gewesen in all der Zeit? Ich las im Internet, dass er schon 60 Jahre zählte, als er den Jakobsweg pilgerte. Schade, dass er erst jetzt auf dem Buchmarkt erscheint. Ein paar Antworten darauf findet man ja im Buch selbst, trotzdem wünschte ich mir, dass man noch mehr von ihm hört.
Kein Buch ist fehlerfrei! Natürlich habe ich auch ein paar kleine Kritikpunkte: Ich hege den Verdacht, dass dieses Buch vielleicht nicht durch ein professionelles Lektorat gegangen ist. Das schadet ihm nicht sonderlich, soll nur angemerkt sein. Und ich hätte mir noch viele Begegnungen mehr mit Menschen auf dem Weg und drum herum gewünscht, denn wenn es darum geht, ist der Erzähler in allerbester Form.

 

Der Weg ist manchmal wie ein Leben, 8. September 2011

Autor: Andrea „ASR“

Jeder Jacobspilger hat seinen eigenen Grund, weshalb er sich auf seinen Weg macht und jeder hat seine eigenen Erlebnisse, Empfindungen und Eindrücke. Und so ist auch ein jedes Buch über den Jacobsweg anders.
Dem Heiden, der sich hier auf den Weg gemacht hat, ist ein großartiges Buch gelungen. Man hat das Gefühl, man läuft mit. Es ist kurzweilig, unterhaltsam und macht doch auch nachdenklich. Sein Weg beginnt nicht - wie für die meisten deutschen Pilger - an der französischen Grenze sondern vor seiner Haustür, an der Mittelmeerküste. Das Buch wechselt zwischen Beschreibungen der Eindrücke und Erlebnisse auf einzelnen Weg-Etappen mit biografischen Schilderungen aus einer Zeit im "anderen Deutschland". Dabei ähnelt der Weg dem Leben des Autors. Beginnend auf unbekannten Pfaden, geht es rasch voran, Begegnungen mit Menschen und Ereignisse prägen ihn heute wie damals. Er setzt sich mit seiner Vergangenheit ehrlich und anschaulich auseinander und spricht über die Probleme der "Nach-Wende-Jahre", wie sie heute noch selten ausgesprochen werden. Ohne die Vergangenheit zu verherrlichen, erzählt er von den schönen Jahren seiner Kindheit und Jugend in der DDR und zeigt gleichzeitig die Chancen, die nach der Wende möglich waren. Aus zerbrochenen Träumen wurden neue Wünsche und Perspektiven, die wieder ganz andere Möglichkeiten eröffneten.
Dieses Buch kann ich absolut jedem empfehlen!

 

Ein Heide auf dem Jakobsweg, 14. Januar 2011

Autor: Annerose Förster

Ja, zu diesem Thema gibt es bereits einige Bücher und das eine und andere habe ich bereits gelesen. Ich werde aber jetzt keines nennen. Das besondere dieses Buches ist, das der Beginn des Weges bereits etwas anders als "normal" beginnt und der Autor nicht sofort auf das große "Pilgervolk" trifft. Vielleicht war dies das Glück, die Ruhe auf dem ersten Teil des Weges, sich mit dem Leben als solches und seinem eigenem (rückblickend) zu beschäftigen. Für mich ist die Balance zwischen der Wegbeschreibung und der Beschreibung der Begegnungen mit den Menschen auf diesem Weg, seinen Erfahrungen im Zusammenleben mit den Spaniern und seiner Biographie gelungen. Manches entbehrt auch nicht einer gewissen Situationskomik, was die Geschichten so liebenswert macht. Ich muss natürlich zugeben, das mich etwas mit dem Autor verbindet, auch ich lebe in Spanien und ich komme, wie er, aus dem Land, das es nicht mehr gibt, aber ich denke dieses Buch ist für viele Menschen interessant - der Jakobsweg - unsere liebenswerten spanischen "Nachbarn" - und ein wenig deutsche Geschichte.

 

 

 

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